Grundsätzliches zur Hundeernährung

Eine wesentliche Vorraussetzung für Gesundheit und Wohlbefinden Ihres Hundes ist eine artgerechte, den Bedürfnissen des Hundes entsprechende Ernährung.
Der Hund zählt zu der Ordnung der Fleischfresser (Carnivor), nimmt aber von der Natur aus auch pflanzliche Bestandteile mit der Nahrung auf, ist daher auch ein Allesfresser (Omnivor). Sein Verdauungstrakt ist teilweise auch dazu geeignet pflanzliche Nahrung aufzunehmen und zu verwerten.
Das Verdauungssystem besteht aus:
- der Mundhöhle mit den Zähnen und Speicheldrüsen, die dazu geschaffen sind, die Beute zu reißen und die Nahrung einzuspeicheln - Kautätigkeit nur geringfügig möglich, der Hund, respektive der Wolf reisst Stücke aus der Beute und schlingt diese hinunter)
- Der einhöhlige Magen und der kurze Darmtrakt schlüsseln Fleisch- und z.T. Pflanzenprodukte auf und machen sie für den Organismus nutzbar (Reine Pflanzenfresser, wie bspw. die Kuh haben in Relation gesehen deutlich längere Verdauungswege als Fleischfresser, deshalb dem Hund nur geringeren, geeigneten Pflanzenanteil füttern)
Hauptklassen der Nahrung
Ein sehr wichtiger Bestandteil der Ernährung für Ihren Hund ist die Feuchtigkeit. Diese wird oft vernachlässigt erwähnt, weil der Hundehalter im Glauben ist, der Hund kompensiert seinen Flüssigkeitsbedarf über das Trinken von Wasser.
Fleisch als überwiegend artgerechte Ernährung des Hundes hat einen Feuchtigkeits-Eigenanteil von ca. 75%-85%. Betrachten Sie also nun den Feuchtigkeitsanteil Ihres angebotenen Futters und rechnen nun den Wasserbedarf Ihres Hundes.
1 Teil Futter + xTeile Wasser = 75 (%)
Beispiel: Ihr Trockenfutter hat einen Anteil von 10% Feuchtigkeit und Ihr Hund benötigt pro Tag z.B. ca. 400 g des Futters.
400 g + 7,5 x 400 g Wasser = 3 liter Wasser Bedarf / Tag
Nimmt Ihr Hund diese Menge Wasser tatsächlich auf? Selbst bei kleineren Hunden und damit verbunden geringeren Futter - und somit Wassermengen ist eine ausreichende Feuchtigkeitsversorgung in Frage zu stellen.
Die Zusammensetzung des Futters im Optimalfall
Das Futter Ihres Hundes sollte sich also aus mindestens 50-80% Fleisch (tierische Proteine und Fette) und nur dem Rest aus planzlichen Bestandteilen zusammensetzen.
Nach dem deutschen Futtermittelgesetz ist auch bei Hundefutter der Hersteller dazu verpflichtet die Komponenten, die am stärksten im Produkt vertreten sind, an erster Stelle aufzuführen.
Wenn es aus artgerechter Sicht ganz schlimm kommt, stehen bei vielen industriell hergestellten Futtersorten, insbesondere beim Trockenfutter, auch an den ersten beiden Stellen Getreidesorten, dann folgt mit etwas Glück ein Fleischmehl und dann kommt häufig noch mal ein Getreide oder so etwas wie hydrolosiertes Pflanzenprotein, Pflanzenproteinisolat oder Lignocellulose (was nichts anderes ist als Holzcellulose).
Die Frage ist hier angebracht, was eine solche große Menge an Getreide und Pflanzeneiweiß in einem Futter für einen Fleischfresser macht. Denn schliesslich geht es hier nicht um die Ernährung
einer Kuh oder eines Pferdes.
Ein weiteres großes Problem ist die Qualität des wenigen Fleisches, welches noch im Futter verarbeitet ist (bei einigen Hundefuttern sind das noch ganze 4% vom Gesamtfutter). Oft werden nur Mehle und
tierische Nebenerzeugnisse, die nicht näher deklariert sind, verarbeitet. Das sind dann laut deutschem Futtermittelgesetz: Verstorbene Tiere, die nur bei bestimmten Temperaturen und einer
bestimmten Barzahl (Druck) eine gewisse Zeit verarbeitet werden müssen, um Sie dann weiter verarbeiten zu können.
Auch Krallen, Federn, Karkassen, Därme, Grieben und sonstige Reste, die zu nichts anderem zu gebrauchen sind, werden hier gemahlen und weiter verarbeitet.
Die Zutatenliste der aufgeführten Zusatzstoffe ist häufig mit vielen Vitaminen und Mineralstoffen gespickt- doch auch hier ist die kritische Frage angebracht: Was ist davon wirklich wichtig für einen
Hund und vor Allem in welcher Menge und Dosierung?
Der Rohascheanteil sollte 4% nicht überschreiten – da der Rohascheanteil die Mineralstoffe im Futter angibt.
Die Mineralien, die zu viel sind in einem Organismus, lagern sich im Körper (Organe, Knochen) und an den Zähnen ab, da sie nur schwer über Leber und Niere wieder auszuscheiden sind. Das macht unter anderem Zahnbeläge.
Ebenso die, zwecks Haltbarmachung und Aufwertung von industriell hergestellten Futtersorten, zugefügten, zum Großteil chemisch hergestellten Vitamine. Diese sind oft aufgrund der zu erwartend langen Lagerzeiten des Futters von Beginn an im Übermaß vorhanden (zeitlicher Abbau bei Lagerung).
Je nach dem zu welchem Lagerzeitpunkt Ihr Hund solches Futter erhält kann es, auf Dauer gefüttert, zu Nebenwirkungen führen.
Lesen Sie weiter auf der folgenden Seite: Arten von Fütterung
Hundeschule Rolf Heymann
